Netzwerk Saubere Energie München

Infopolitik Wärmewende

Netzwerk Saubere Energie, Greenpeace München und Omas for Future, München haben Ende des Jahres einen Offenen Brief an den Oberbürgermeister Dieter Reiter, die für die Münchner Wärmewende federführende Klima- und Umweltschutz-Referentin Christine Kugler sowie die demokratischen Stadtratsfraktionen im Münchner Rathaus gesandt. Unsere Forderung lautet:

Ein Jahr „Kommunale Wärmeplanung“:
Verbesserung der Information aller Bürger:innen ist dringlich erforderlich!

Auslösender Faktor ist unsere Besorgnis, dass die vom Stadtrat im November 2024 beschlossene, durchaus zukunftsweisende und mutige “Kommunale Wärmeplanung München“ nicht erfolgreich sein wird: Weil die Menschen in München – nach unseren vielfältigen bürger-nahen Beobachtungen – nicht mitgenommen, nicht informiert, nicht motiviert sind. Weil sie aufgrund populistischer Kampagnen um „Heizungshammer-“ und „Wärmegesetz wird abgeschafft“-Diskussionen verunsichert sind. Weil die Bürger:innen nicht wissen, was in München auf sie zukommt, welche gemeinschaftliche Lösungen Angebote bestehen, ob sie Fördermittel erhalten können, wie sie sich entscheiden sollen: Neue Heizanlage oder nicht, jetzt oder später, Erdgas oder doch Wärmepumpe, Anschluss an Geothermie-Fernwärme oder sich in einer Genossenschaft mit-engagieren um ein eigenes Nahwärmenetz mit der Nachbarschaft aufzubauen???

Zwar hat der Stadtrat zugleich mit der Wärmeplanung auch eine breite Medienkampagne beschlossen – aber die hat auch ein Jahr später noch nicht einmal begonnen. Aber nur Plakate, Printmedien und Internet-Infos werden nicht ausreichen. Die Internetseiten von muenchen.de und Re:think sind ausführlich, aber sie sind vielfach passiv, schwer verständlich und „erschlagend“ – und nur für diejenigen nutzbar, die geübt sind, sich auf Webseiten zu informieren.

Es bedarf unseres Erachtens mehr Information, mehr Transparenz, mehr Zielgerichtetheit hinsichtlich der Kommunikation für die verschiedenen Betroffenen, von Mietern bis Wohnungswirtschaft. Eine Informationskampagne, die über die Medienkampagne weit hinaus geht – beginnend mit einem Ein-Seiten-Flyer mit Aha-Effekt in jedem Briefkasten. Andere Städte machen es vor, wie es gehen kann, auch für München halten wir eine solche, mit und von erfahrenen Experten konzeptionierte Informationsstrategie für dringend erforderlich. Und: In die zu erarbeitende Konzeption sollten die unterschiedlichen Betroffenen und Entscheider direkt einbezogen und nach ihren Bedürfnissen und Anmerkungen zu den angestrebten Maßnahmen und Medien befragt werden. Einzubinden sind dann nicht nur die städtischen Gesellschaften – von Stadtwerke München über MünchenWohnen bis zur Münchner Volkshochschule. Sinnvoll ist u.E. auch die – abgestimmte – Kooperation etwa mit den großen Bildungseinrichtungen und den Universitäten, aber auch zivilgesellschaftlichen Organisationen, Nachbarschaftsinitiativen aller Art und auch Handwerker-Innungen, mit deren Hilfe jeweils andere Bevölkerungskreise erreichbar sind.

Hier der link zum Offenen Brief   Dieser Offene Brief hat durchaus Wellen geschlagen. Zwar hat die für Klimaschutz und Wärmewende zuständige Chefin des Referats für Klima- und Umweltschutz noch nicht reagiert, der Oberbürgermeister seine Antwort immerhin angekündigt… – doch inzwischen laufen die Gespräche mit den Parteien im Rathaus, namentlich der SPD, der CSU und den GRÜNEN. Aber auch mit der Heizungsbauer-Innung, deren Ansichten übrigens mit unserer Forderung nach mehr und gezielterer Informationen völlig übereinstimmen.

Wie immer die Kommunalwahl für München am 08.März 2026 ausgeht und welche Koalitionen sich da bilden mögen: Die Wärmewende – und damit der wichtigste Baustein zur „Klimaneutralität München 2035“ – muss proaktiv vorwärtsgetrieben werden! Wir jedenfalls bleiben dran   😊